Soldaten gegen Piraten vor der Küste Somalias (Mission Atalanta)

Gestern Abend wurde im “Club” auf SF (Zischtig Club) wieder mehr oder weniger heftig über den Einsatz der Schweizer an der Mission der debattiert. Besonders überrascht hat mich die inkompetenz von Frau Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Ich weiss die Aussage nicht mehr Wort für Wort, aber da kamen Sätze wie (Sinngemäss):

…ich vertraue unseren Elitesoldaten…

Ich staune deshalb, weil die Schweizer Armee und auch das (Aufklärungsdetachement 10) keinerlei Einsatzerfahrung hat. Einzig bei Friedensfördernden Einsätzen ist die Schweizer Armee dabei. Und dort auch nur als halber Teilnehmer. Ich glaube nicht, dass ein Schweizer Soldat in den letzten 50 – 60 Jahren jemals auf einen Menschen geschossen hat (Höchstens Rekruten welche im Schiessstand Mist bauen). Somit ist der Einsatz und das Mitmachen an der Atalanta Mission eine Gefährdung von sich wohl auch selbstüberschätzenden “Elite”- Soldaten des AAD 10.

Vor allem vergessen alle Befürworter von diesem Einsatz, dass die Schweiz den anderen teilnehmenden Staaten der Atalanta Mission absolut “ausgeliefert” sind. Die Schweiz besitzt keine logistische Möglichkeiten ihre entsandten AAD10 Kämpfer zu versorgen, zu unterstützen oder sonstwie hilfsbereit zu sein. Dazu sind wir, wenn es Einsätze im Ausland betrifft, immer auf andere angewiesen.

Ein angehender Kapitän schilderte auf eine verständliche Art und Weise wie man sich die vorstellen soll. Meistens seien diese kaum von Fischern zu unterscheiden. Die Boote und auch die Leute gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Und vielfach seien auch normale Fischer bewaffnet. Nun, sind diese Fischer vor der Küste Somalias nun , oder Fischer? Wer entscheidet dann ob ein solches / Fischerboot nahe an ein Schweizer Schiff gelassen wird? Und was ist, wenn die ersteinmal das Entermanöver begonnen haben? Wer entscheidet dann, dass die Schweizer Soldaten scharf schiessen dürfen?

Die Piraten sind Business Leute. Geschäftemacher. Die wollen nichts anderes auf eine schnelle, relativ einfache Art und Weise Geld machen. Das ist dasselbe wie die Mafia. Italien hat es bis heute nicht geschafft der Mafia Herr zu werden. So werden auch die Piraten vor Somalia einen Weg finden ihr Business aufrecht zu erhalten. Und daran wird auch das AAD 10 und die Schweizer Armee, sowie die Mission Atalanta nichts zu ändern vermögen.

3 Gedanken zu „Soldaten gegen Piraten vor der Küste Somalias (Mission Atalanta)“

  1. Hmmm…? Also ich weiß ja nicht, ob die Piraten wirklich nur auf Geschäffte aus sind? Wäre es nicht möglich, daß den Fischern dort die Existenzgrundlage entzogen wurde? Man stelle sich vor, man vor ist somalischer Fischer und fängst immer weniger und dann sieht man diese großen, großen europäischen Fangflotten mit den Augen eines Fischers. Ist es denn so abwegig wenn man sich fragt, wie soll ich denn jetzt meine Familie ernähren? Wie brutal mag es wohl sein zusehen zu müssen, daß die eigene Familie hungert und dann sieht man diese “Traumschiffe”, die im Luxus vor Dir hin schippern! Was würde einem für eine Idee kommen, der alles mit den Augen eines Fischers sieht?

    Das Problem ist einfach, wenn der Unterschied zwischen arm und reich zu groß wird, dann verspürt die eine Seite Ungerechtigkeit und handelt, während die Andere nur feiert. Das ganze wird dann gegenseitig gar nicht mehr verstanden.

    Ich finde das natürlich auch nicht schön, wenn Urlauber beroht, ausgeraubt und schlimmeres …. werden, aber ich möchte auch kein somalischer Fischer sein, und auch kein Marinesoldat, erst recht nicht, wenn ich denken kann und dann einen Befehl bekomme. Für mich ist eigentlich keine Seite moralisch vertretbar.

    Ich hoffe, die Fangflotten fischen bald woanders, die Luxusliner kreuzen in glücklicheren Gewässern, und die Soldaten müssen nicht schießen.

    Mit nachdenklichen Grüßen
    Peter

  2. Nun ja… Luxusliner und Fangflotten sind das eine…. aber gut 96% des Containerwarenverkehrs (grösstenteils fertige Produkte oder Halbzeug) sowie etwa 40% des Massengutverkehrs von Asien nach Europa gehen diesen Weg.

    Es würden hier einige Probleme entstehen, und vieles sich verteuern, wenn plötzlich der Weg durch den Golf von Aden und den Suezkanal blockiert wäre.

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