Christliche AKW-Räte

Danke, Frau Leuthard…

…dass Sie von gestern auf heute den Sprung von der ehemaligen Verwaltungsrätin der EGL (einer Axpo-Tochter) zur Bundesrätin geschafft haben!

Nachdem Sie am Sonntag, 13. März 2011 noch der Meinung waren, dass der japanische atomare Kollateralschaden des industriellen und gesellschaftlichen Energiehungers kein Grund und es – wie Sie sagten – überhaupt der falsche Zeitpunkt wäre, nun eine Grundsatzdiskussion über AKWs loszutreten, sind Sie am heutigen Montag, dem 14. März doch noch zur Einsicht gelangt.
Das ist eigentlich selbstverständlich. Dennoch: Danke dafür.

Sie haben nun also alle -Verfahren, die in Ihrem Departement hängig sind, sistiert. Vorläufig…

Vermutlich ist Ihnen eingefallen, dass in – und somit auch (wahltechnisch) bei uns – bis zu den nationalen Wahlen am 23. Oktober kein Gras über die Strahlenleichen gewachsen sein wird.

Vermutlich fiel Ihnen als ehemalige EGL-Verwaltungsrätin und als ehemaliges Mitglied des Nuklearforums ein, dass nun auch einige Ihrer ParteifreundInnen im etwas heikle Probleme bezüglich ihrer Wiederwahl in den bekommen könnten…zum Beispiel:

Ständerat Rolf Büttiker, Veraltungsrat der Leibstadt AG
Nationalrat , Verwaltungsrat der KKW Gösgen AG
Nationalrat , Verwaltungsrat der KKW Leibstadt AG oder
Nationalrätin , Vorstandsmitglied des Energieforums Schweiz

Das Energieforum Schweiz äusserte sich am 13. Februar in einer Medienmitteilung zur Mühleberg-Abstimmung im Kanton Bern fokgendermassen:
Das Energieforum Schweiz begrüsst den zustimmenden Urnenentscheid des Kantons Bern zur Aufrechterhaltung des Standortes Mühleberg im Hinblick auf den Bau neuer Kernkraftwerke in der Schweiz.

Da diese wenig aufwändigen Mandate der erwähnten NationalrätInnen doch sehr reichlich vergütet werden, könnten bei den WählerInnen möglicherweise leise Zweifel an deren Meinungs-Unabhängigkeit aufkommen…
Glücklicherweise haben sich diese drei Volksvertretenden edel zurückgehalten (oder irgendwo versteckt) in den letzten Tagen.

Aktueller Japan-Stand laut newsnetz vom 14.3., 00.01h:
Ein Teil des Mantels eines Reaktors der Anlage Fukushima 1 ist nach Angaben der japanischen Regierung anscheinend beschädigt worden. Derweil rechnen Experten damit, dass eine radioaktive Wolke auf die 35-Millionen-Metropole Tokio zubewegt. In Deutschland sollen schon heute erste unsichere AKW abgeschaltet werden.

PS: Sie entschuldigen, dass an dieser Stelle nur Ihre Parteifreunde geoutet wurde.
Die nuklear mitverdienenden Volksvertreter der FDP und der SVP auch noch zu erwähnen hätte die Kapazität eines Blogbeitrags gesprengt!

Ein Gedanke zu „Christliche AKW-Räte“

  1. Im Moment drehen doch wirklich sämtliche Politiker Weltweit Pirouetten. Die Linie zwischen Atomfans und Gegnern wird immer undurchsichtiger und Gruppen die seit jeher dagegen waren könnten die Deutungshoheit verlieren und davor fürchte ich mich zZ am meisten.

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