Ey, Business-Idee voll krass für keine Opfer, Mann!

Problemstellung

Täglich 20 Min oder 1 Std. 40 Min pro Woche investiert der vielbeschäftigte Illetrist, um sich über das wichtigste Weltgeschehen auf dem Laufenden zu halten.
Das sind 5200 Minuten oder 86,6 Stunden oder 3,6 Tage pro Jahr!
Zeit ist Geld und die textintensiven, beinahe ausufernden Berichterstattungen vom Gratis-„Guck“ eine volkswirtschaftliche Verantwortungslosigkeit!

Business-Idee

Tägliche hochprofessionelle Zusammenfassung des „Guck“ in exakt 100 Worten als Pay-App anbieten!
Am Beispiel der real existierenden „Guck“-Ausgabe vom 30. Mai 2011 sähe dies so aus:

Brangelina haben Sex trotz sechs Kindern. Beda Stadler befürchtet Massenvergiftungen durch Bio-Gemüse. Sepp Blatter ist nicht korrupt, nur alle anderen und ein Ami bombenbedroht TV-Sender weil er keine Wiederholungen von „Two and a Half Men“ mehr sehen will. H.N. aus C. muss Handyrechnung von 800 Franken bezahlen und Anuschka küsste das erste Mal in einer Garage. Celine (14) will einen Fussballer heiraten und Löwengeborene haben eine gute Woche für Behördengänge. Sion-Fans sind böse und Ringelstreifen modern. Frau Hendricks hat grossen Busen und Francine liebt Florian. Shakira will vielleicht arabisch singen und in China sind zwei Lastwagen in ein Schlagloch gefallen.

Damit sind Ihre Kunden nicht mehr und nicht weniger informiert, als wenn sie täglich 20 Minuten Lebenszeit für ihr Update verplempern würden!
Ihre Kunden wissen nun ALLES und können sich viel früher ihrer X-Box, ihrer Kaffirahmdeckeli-Sammlung oder ihrem Hool-Training zuwenden!
Wenn das keine win win-Situation ist?!

Nachrichten aus der kapitalistischen Weltordnung

Tepco ltd., der japanische Stromkonzern, der entstand als sich Japan entschieden hatte, sein Energieversorungsunternehmen zu privatisieren und der staatlichen Oberaufsicht zu entziehen, wird nun analog der Banken nach Crash der Finanz“industrie“ von 2008 gerettet!

55 Milliarden Franken sollen die Japanerinnen und Japaner nun auch noch per Steuern an die Rettung des Konzerns – nicht an die Rettung der heimatlos gewordenen Bewohnerschaft Fukushimas bezahlen!!!

Damit Tepco in der Lage sei, Entschädigungen auszurichten…

Der japanische Staat hätte diese Aufgabe mit seinem Geld wohl – nach der allumfassenden neoliberalen Ideologie – unökonomischer wahrgenommen…

Reiner Zufall, dass sich Tepco-CEO Masataka Shimizu kurz danach unter vielen Verbeugungen aus der Verantwortung zurück zog: «Ich trete zurück, weil ich das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Kernkraft zerrüttet habe und weil ich den Menschen so viele Probleme und Ängste bereitet habe», sagte er.

Probleme und Ängste????

Die Präfektur ist verseucht und auf lange, lange Zeit nicht mehr bewohnbar. Nach zwei Monaten, müssen viele Menschen immer noch in Notunterkünften ausharren. Die, die das nicht mehr aushielten und nach Hause zurückkehrten, werden kaum sehr alt werden.
Boden, Tiere, Menschen und das Meer sind in einem Grad verseucht, den wir nicht ermessen können. Die Wahrheit tröpfelt langsam bis gar nicht durch.

Er würde nun als unbezahlter Berater zur Verfügung stehen, sagte Shimizu auch noch.
Sein goldener Fallschirm dürfte in den 55 Milliarden enthalten sein.
Einer wurde wenigstens “entschädigt”!

Obwohl die Plutonium-Brennstäbe in Fukushima immer noch im Freien stehen und unsere Welt verseuchen…

Am Sonntag, 22, mai treffen wir uns alle beim Menschenstrom gegen Atom!
Infos hier: www.menschentrom.ch

Satire ohne Kabarettisten


Gäbe es eine/n KabarettistIn in der Schweiz vom Format eines Volker Pispers, Hagen Rether oder Urban Priol, hätte diese/r jetzt – ein halbes Jahr vor den eidgenössischen Wahlen – wohl Hochsaison!

Der erste Wahlkampfhelfer, ein kleiner eingebürgerter Afrikaner „bislet“ vor Missfallen auf die SVP-Bühne. Er heisst Zottel, ist ein politisch missbrauchter Geissbock, wohnt in Otelfingen und kann nicht sprechen. Dafür versteht er es offensichtlich umso besser, nonverbal zu kommunizieren!

Dem Kandidaten von SVP International aus Davos gelingt weder das eine noch das andere. Dennoch versuchte er es notgedrungen verbal, weil er vom Journalisten telefonisch interviewt wurde:

Fragen des Journalisten:
Dann kommt Ihre Kandidatur für den Nationalrat auf der SVP-Liste «International» gut an?
Wie verrückt. Ich war noch nicht daheim, ich bin momentan am Holzführen im Engadin. Aber die Frau hat schon von den ersten bösen Mails erzählt. Da kann ich nur gratulieren.
Warum?
Das sind doch alles leere Hosen! Wenn die Typen mir wenigstens ins Gesicht sagen könnten, dass ich ein Arschloch sei. Aber das getrauen die sich ja nicht. Diese huereverdammte E-Mail-Scheisse scheisst mich an. In den Computer kann jeder hineintöggelen, was er will. Hinstehen sollen die!

So die Originalworte auf www.bazonline.ch vom 21.4.11
Er würde die Wahlen wohl gerne in den Sägemehl- oder Boxring verlegen.
Baggerführer-Unternehmer und Davoser Landbesitzer Päuli Accola hat auch energiepolitische Visionen:Tunnelbeleuchtungen aus Energiespargründen nachts auszuschalten!

Eine bisherige und unkonventionelle Nationalrätin, die sich zur Wiederwahl stellt ist Yvette Estermann, SVP LU.
Von 2004 bis 2005 war sie Verwaltungsrätin der Cosmos AG, welche die Freie Universität Teufen (eine virtuelle Titelmühle, die schon einige deutsche Politiker in Bedrängnis brachte) betreibt.
Die Firma scheint ihrem Gatten zu gehören.
Frau Dr. Estermann fiel bisher eher weniger durch politische Weitsicht, denn durch überraschende Statements auf!
So erklärte sie in Ihrem Portrait-Film im Schweizer Fernsehen, dass ihr an der SVP besonders gefalle, dass sie für Ordnung einstehe, wie dies auch die Kommunistische Partei der ehemaligen Tschechoslowakei getan hätte.

Trotz Fukushima-Katastrophe bleibt die Unterschrockene ganz cool:
„Wissen Sie, dass ein wenig Radioaktivität gesund ist? Es gibt sogar einen Kurort in Tschechien, wo Radonbehandlungen angeboten werden!“.

Einen wahren Überraschungskandidaten für National- UND Ständerat hat die CVP Waadt ihrem Walliser Parteipräsidenten Darbellay zu verdanken!
Nachdem der bisher völlig unpolitische Claude Béglé mit dem selbsterfundenen Produkt Claude Béglé erfolglos bei den Freisinnigen, den Liberalen und bei den Grünliberalen vorstellig wurde, liess sich CVP-Präsident Darbellay von ihm begeistern.
Schwer zu glauben, dass eine Parteispende keine Rolle gespielt haben könnte.
Claude Béglé kandidiert ohne den geringsten politischen Leistungsausweis für National- und Ständerat!

Claude Béglé war jeweils kurzfristig Top Shot bei der französischen, holländischen, deutschen und schweizerischen Post. Mit viel Lärm und wenig Erfolg.

Nachdem er viele Jahre und schon vorher als Ökonomiestudent-Doktorand für Nestlé in einer für den Konzern schwierigen Phase in Zusammenhang mit dem Milchpulver-Skandal in den 70er-Jahren tätig war.
Die naturgemäss unvoreingenommenen Erkenntnisse des eingespannten Dokotranden verhalfen mittels buntem Prospekt zur Reinwaschung des Namens Nestlé – und ihm zum akademischen Titel.
Manche nannten ihn nach seinem Einschlag bei der Schweizerischen Post auch öffentlich einen Hochstapler und es kam nie zu einer Ehrverletzungsklage…

Claude Bégle hat in seiner kurzen Zeit als Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post vor allem die Kosten für den Verwaltungsrat optimiert – d.h. mehr als verdoppelt.
In seinen neun Monaten an der Spitze der Schweizerischen Post pflegte er den Kontakt zu den Medien auf sehr eindrückliche Weise. Sein von ihm selber veröffentlichter und nicht verifizierter Lebenslauf gibt einiges her, wovon auch Darbellay zu profitieren hofft:

Als jugendlicher Berater des Königs von Butan, als Stammeshäuptling eines ungenannten Volkes in Nigeria, als ausgebildeter Massai-Wildhüter, als Träger von drei Mobiltelefonen und Vater von sechs Kindern von einer unbekannten Anzahl von Frauen sind seine politischen Qualitäten ganz sicher unbestritten!

Gestern trat nun auch noch Martin Wagner, Neumitglied der FDP BL auf’s Nationalratskandidaturen-Parkett!
Sein Potential dürfte unbestritten sein – bei zufriedenen BaZ-Abonnenten, Weltwoche-Lesenden und UnternehmerInnen, die sich vom Wirken des Wirtschaftsanwaltes praktische Vorteile erhoffen.

Als politische Büezerin sprang ich demnach auf ein Kandidaten-Karrussell auf, das an sich schon rufschädigend sein könnte!

Umso wichtiger, dass auch Menschen für den Nationalrat kandidieren, die mit beiden Beinen im realen Leben der Mehrheit unseres Landes stehen!
Ohne fragwürdige Titel und ohne Hochstapelei!

NUN ZIEHE ICH ES ERST RECHT DURCH!!!!!!

Das “politische” Video des eingebürgerten afrikanischen Zwerggeissbocks findet sich hier:
http://www.youtube.com/watch?v=h2C9T6dTXlE

Privatspähre im Schuhladen Reno

Tom hat mir dieses tolles Bild gemailt (Ich hab die letzten 4 Ziffern, der Handy Nummer schwarz eingefärbt)ou fuck. Hier kann man sehen wie wichtig einigen Personen die Privatspähre ist, und wie unvorsichtig der Schuhladen Reno in Zürich damit umgeht. Ich möchte euch mit diesem kleinen Beitrag einfach daran erinnern, mit euren Daten vorsichtig umzugehen.

Selbstverständlich habe ich jeder Nummer auf diese Liste eine SMS mit dem Link zu diesem Blogbeitrag geschickt sowie eine E-Mail an Reno.

Alles gute Christof…

Heute möchte ich euch von einem Mann erzählen. Er wurde 64 Jahre alt und zählte durchaus zu meinen Freunden. Christof, ich lernte ihn etwa vo anderthalb Jahren kennen in Basel am Claraplatz. Ich war verzweifelt auf der Suche nach einem Feuerzeug er hat mir eines angeboten.

Es gibt merkwürdige Freundschaften, die einem durch das Leben begleiten. Christof und ich waren uns sofort sympathisch, mit wenig Worten. Wir gingen ein Bier trinken.

Christof war Obdachlos. Lebte schon seit 4 oder 5 Jahren auf der Strasse, er war sich mit der Zeit nicht mehr so sicher. Er hat alles verkauft was er je bessesen hatte um zu überleben, ausser sein Fahrrad. Er und sein Fahrrad waren unzertrennbar, sein Hobby sein Leben. Er sagte mal: “Wenn man mir mein Fahrrad nehmen würde, könnte man mich gleich erschiessen”.

Christof bereute sein Leben lang, dass er nie eine Ausbildung begonnen hat. Früher konnte er als Hilfsarbeiter bei der Ciba (heute: Novartis) arbeiten. Er bekam 13:50 auf die Stunde und konnte mit diesem Geld ohne staatliche Unterstützung leben. Was genau passiert ist, als er seinen Job verloren hatte und wie er auf die Strasse kam, hat er mir leider nie erzählt.

Ich fragte Christof mal, wie sein Tagesablauf ist, was er gerne macht. Seine Augen haben geleuchtet als er das Wort “Musik” in den Mund nahm. Er hörte gerne Musik. “Ja aber wo? und wie? fragte ich. Die Antwort erschütterte mich. Er schloss sich immer wieder auf der Toilette im Migros Restaurant ein und lauschte dort der Musik.

Christof war stolz darauf, dass er nie gestohlen hat. “Weisst du. Wenn man auf der Strasse lebt, ist die Versuchung gross im Denner mal etwas mehr mitzunehmen als man bezahlen kann. Aber ich bin kein krimineller sowas tue ich nicht!”

Ich habe ihn im Monat 1-2 mal gesehen und jedesmal ein “Grosses” offeriert. Wir redeten über alles mögliche. Die Gesellschaft, die Politik, das Leben, der Rhein, usw. Ich genoss die Zeit und er war froh, dass ich mich mit ihm abgab und jemand sich für ihn interessierte. Christof nahm mich sogar an einem Sonntag mal mit in die Kirche, da er sich Sorgen um meine Seele machte, da ich so selten bete.

Heute Nacht am Claraplatz hat mich ein Freund von Christof angesprochen. Und mir mitgeteilt, das er letzte Woche verstorben ist. “s’Härz het nümme wölle.”

Ich habe heute keinen Obdachlosen, keinen Penner und auch kein Schmarotzer – sondern einen Freund verloren. Ich hoffe für dich Christof, dass du deinen Frieden gefunden hast. Ich jedenfalls werde dich nicht vergessen und mich an dich erinnern. Ganz bestimmt werde ich in deiner Kirche auch eine Kerze für dich anzünden…