Alle Beiträge von Regina Rahmen

Regina ist frustriert, asketisch, depro und nimmt alles todernst! Davon kann sie leider nicht leben und geht deshalb einer seriösen Erwerbstätigkeit nach. Neben einigen Engagements gewerkschaftlicher und polititscher Natur, ist sie Kolumnistin der Gewerkschaftszeitung syndicom und liefert Motztexte auch an andere Nonprofit-Dingers. Ihr Credo "die Welt braucht jede Menge verbitterte Alte wie Statler und Waldorf!"

Europa der Regionen – vergessenes politisches Konzept?

Im letzten Jahrhundert haben gesellschaftsliberale und linke Kräfte über ein Europa der Regionen nachgedacht. Dieses zukunftsvisionäre politische Konzept versprach die Förderung des Föderalismus und die Anerkennung der kulturellen Vielfalt in einem in Frieden geeinten Europa der Zukunft.

Im Maastricher Vertrag von 1992 wurde sogar ein Ausschuss der Regionen  vorgesehen,

der für mehr Bürgernähe zu den europäischen Institutionen sorgen sollte. Für die Ratschläge des AdR wurde jedoch keinerlei bindende Wirkung vorgesehen. Nicht erstaunlich, dass dieses Gremium bis heute vollständig unbekannt geblieben ist.

Die Zukunft von 1992 ist heute: Schottland stimmt für oder gegen   den Verbleib im Vereinigten Königreich ab.                                           Nicht mehr und nicht weniger.

Dadurch geraten d Schottinnen und Schotten bei ausländischen Elfenbeinturm-Linken in den Verdacht, nationalistischen Abschottungsgelüsten verfallen zu sein.                                                         Die einst durchaus sinnige Zukunftsvision eines Europas der Regionen scheint längst vergessen.

Rechtsaussen-Gruppierungen aller Länder fallen uneingeladen in Schottland ein und bejubeln das Referendum. Sie wollen dieses als nationalistisch-völkischen Schritt für ihre Selbstdarstellung falsch verstehen und für ihre braunen Kampagnen ausnutzen. Widerlich.

Bei so vielen antiquierten und ideologischen Brettern vor dem Kopf geht manches vergessen:

Dass die Schotten dem neoliberalen Overdrive der Ära Thatcher und ihrer Nachfolger schon immer kritischer gegenüber standen.         Dass die Verhökerung von Volkseigentum an die Meistbietenden – nichts anderes ist der Liberalisierungswahn – in Schottland weniger Freunde hat als in England.                                                                                           Der Glaube, dass der Staat möglichst schwach und billig sein müsse, scheint ebenfalls weniger ausgeprägt.

Auch die völkerrechtlich fragwürdigen Kriegsaktivitäten Englands an der Seite der USA stiessen bei den Schotten auf wenig Sympathie.

Den schottischen Eigenständigkeitswunsch nach 300 Jahren englischer Dominanz als rechtsnationalistische Verirrung abzuqualifizieren ist ungerecht und viel zu einfach.

Im besten Fall erhält die Diskussion über ein bürgernahes, menschenfreundliches und humanistisches Europa der Regionen und der Vielfalt durch das schottische Referendum wieder neuen Aufschwung.

Wenn die EU heute noch mehr ist als das Instrument zur Durchsetzung nordamerikanischer Wirtschaftsinteressen und Hoheitsgebiet der globalen Finanzindustrie, wird sie Heimat der Menschen und Völker Europas bleiben.

Grenzen war schon immer beweglich und veränderlich.

 

Farmer takes water form a dried-up pond to water his vegetable field on the outskirts of Yingtan

Die Ecopop-Intitiative: Birkenstock-Rassismus oder unreflektierte Überreaktion?

Kinderreichtum gilt in den meisten Kulturen und Religionen als Segen und ist untrennbar verwoben mit wirtschaftlichen, politischen, sozialen und metaphysischen Begehrlichkeiten und Zielen.

Nur Bildung,  Einrichtung von Altersvorsorge und Zugang zu Verhütungsmitteln kann den Gebärzwang von armen Frauen stoppen.

In der Schweiz nahm nicht zuletzt der ehemalige Bundesrat Pascal Couchpin die Bürgerinnen in die Pflicht, mittels Gebärfreudigkeit die AHV zu retten. Auch wenn dieses gesunde Altersvorsorgesystem so viel besser funktioniert als  uns privatisierungsgläubige Polit-Profiteure von privatrechtlichen Aktiengesellschaften glauben lassen wollen.

Am 25.12.1989 wurde in Europa ein Diktator standrechtlich erschossen, der nebst unerträglichen schrecklichen und unaussprechlichen Grausamkeiten von den Rumäninnen verlangte, mindestens sechs Kinder zu gebären. Um Selbstbestimmung und Abtreibung von künftigen Dienerinnen und Soldaten des von Nicolae Ceaușescu geplanten grossrumänischen Reiches zu verhindern, musste sich jede Rumänin im gebärfähigen Alter jährlich gynäkologisch zwangsuntersuchen lassen. Die Bilder der verstossenen Kinder, die in Höhlen des verotteten Kanalisisatonssystems von Bukarest hausten, bleiben in unser Gedächtnis eingebrannt.

Die deutsche Ministerin Ursula van der Leyen, die ihre Gebärfähigkeit als privilegierte Akademikerin mit sieben Kindern deutlich bewies, brachte 2010 eine elitäre Idee ins Gespräch, die als „Akademikerinnen-Wurfprämie“Politgeschichte schrieb. Selbstverständlich ist sie gescheitert.

In boomenden Ländern wie Indien existieren keine Altersvorsorge-Einrichtungen, die die Unabhängigkeit der materiell unterprivilegierten Bevölkerungsmehrheit von ihren Nachkommen im Alter vorsieht.

Die Reproduktionsmedizin ist ein Wirtschaftszweig, der boomt. Nicht fruchtbare Menschen in starken wirtschaftlichen Verhältnissen kaufen sich Reproduktion über medizinische Fertilitätsunternehmen und Billig-Leihmütter in armen Ländern ein. Darüber gibt es ethisch-politische Randdiskussionen in demokratischen Ländern, die nur wenige interessieren.

Offen bleibt dabei die Frage, ob manche von ihnen nicht eher psychiatrische Hilfe, als solche von Reproduktionsmedizinern suchen sollten. In der “freien westlichen Welt” gibt es Menschen, die ihren rest-archaischen Lebensentwurf einkaufen und Anbieter, die die Erfüllung gewinnbringend zum Verkauf anbieten.

Ethik, Sinn und Vernunft werden den wirtschaftlichen Interessen ganz selbstverständlich untergeordnet.

In vielen afrikanischen Ländern ist das Überleben im Alter einzig davon anhängig, dass mindestens ein Kind ein Erwerbseinkommen erzielen kann, dass es erlaubt, den Eltern ein Alter in Würde zu ermöglichen. Es gibt auch Kulturen, in der der Mensch nur als kinderreiche Mutter oder Potenz bewiesener Mann ihren/seinen Platz in der Gesellschaft finden kann. Möglicherweise spüren  “westliche” Kundinnen und Kunden von reproduktionsmedizinischen Firmen einen ähnlichen Druck.

Zanskar, ein kleiner Himalaya-Staat mit eingeschränkter Bodenfruchtbarkeit löste das Problem des unerwünschten Bevölkerungswachstums über Jahrhunderte über Polyandrie. Frauen heirateten automatisch mit ihrem Geliebten auch alle seine Brüder. Eine Form der Geburtenkontrolle vor Erfindung der Antibabypille, um den relativen Wohlstand einer Gemeinschaft zu erhalten. Bevölkerungswachstum hätte Hunger zur Folge gehabt.

Unangesprochen bei den emotionalen und an Schlagworten reichen Nichtdiskussionen um die Ecopop-Initiative bleibt die bekannte Tatsache, dass in allen Kontinenten und allen Ländern – von der Schweiz bis Swaziland, von Utah bis Uganda, von Pakistan bis Papua-Neuguinea oder Myanmar bis Mikronesien der Kinderreichtum einen direkten Zusammenhang mit Bildung, sozialer Vorsorge und der Freiheit zur Selbstbestimmung der Menschen zu tun hat.

Kinder- und Bevölkerungsreichtum hat im Zeitalter des globalisierten Kapitalismus offensichtlich vor allem einen wirtschaftlichen Wert nach der Regel von Angebot und Nachfrage. Umso mehr Menschen gleichzeitig ein Auskommen suchen, umso tiefer sinkt ihr Wert in der Arbeitswelt der zunehmenden kapitalistischen, globalen Wirtschaftsdiktatur.

Die Ecopop Initiative, die am 30. November zur Abstimmung kommt, hat viele zum Hyperventilieren gebracht.

Deutlich braun gefärbte und verachtenswerte Statements wurden abgegeben, von anderen Menschenverachtung und Rassismus moniert.

Sicher ist, dass die stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer keinen wirksamen Entscheid zum weltweiten Bevölkerungswachstum werden treffen können.

Die Zusammensetzung des Initiativkomitees lässt ebenfalls berechtigte Zweifel am humanistischen und ökologischen Ziel aufkommen.

Um sich jedoch ein Urteil zur Abstimmungsvorlage zu bilden, hilft kein Zeitungsartikel, keine Arena des SRF und keine Skandalisierung.

Überlegende StimmbürgerInnen müssen sich ihr Urteil alleine auf Basis des Initiativtextes und der vorgesehenen Verfassungsänderung bilden.

Oder allenfalls ihre juristisch bewanderten Bekannten zu Rate ziehen – weil Absatz 4 des vorgeschlagenen Verfassungsartikels 73a  Fragen offen lässt.

4 Er (der Bund) darf keine völkerrechtlichen Verträge abschliessen, die gegen die Bestimmungen dieses Artikels verstossen oder Massnahmen verhindern oder erschweren, die zur Erreichung der Ziele dieses Artikels geeignet sind.

Könnten damit auch humanitäre Notaktionen verhindert werden?Wer setzt sich für die berufliche Weiterbildung von Lohnabhängigen aller Altersgruppen in der Schweiz ein, wenn diese Kostenübernahme weiterhin  von Wirtschaft und Staat verweigert werden? Kann sie die Weiterbildungsoffensive für ältere Lohnabhängige in der Schweiz auslösen oder werden die 0,2% Bevölkerungszuwachs jährlich einzig durch den Einlass von neuen Bildungsbürgern aus anderen Ländern auf Kosten der Steuerzahlenden der Nachbarländer abgedeckt – so wie bisher?

Wir Stimmbürgerinnen werden in der Kakofonie des argumentativen Brüllens und verschämten Schweigens auf unser eigenes Urteil zurück geworfen.

Die Basis für unser Ja oder Nein zur Ecopop Initiative kann nur die Kenntnis und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Initiativtext sein.

Dieser enthält in sich – und das darf auch mal erwähnt sein – keine fremdenfeindliche Elemente und ist nicht mit nationalistisch-populistischen Vorlagen der jungen Vergangenheit vergleichbar.

 

LKW beladen mit PKWs 4

Autoreisezug auf neoliberal: Der Kluge reist im Zuge – sein Auto auf dem Lastwagen!

Der Autoreisezug.

War das nicht mal ein umweltschonendes und auch für Menschen, die gerne mit dem Auto in die Ferien fahren,  ein vorteilhaftes und bequemes Angebot?

Reicht doch, sich in der Feriengegend frei mit dem Auto bewegen zu können. Die stunden- bis tagelange Fahrt ins Ferienland spart sich doch auch mancher Lustfahrer gerne und gönnt sich statt unzähliger monotoner Autobahnstunden gerne Nachtruhe in einem bequemen Schlafwagen der Bahn.

Ein sinnvolles, co2 sparendes Angebot, das unsere ehemals staatlichen Bahnbetriebe als Folge vernünftiger politischer Einsichten und Entscheide einrichteten.

Nun wurden bekanntlich alle Bahnbetriebe privatisiert, in Aktiengesellschaften umgewandelt und haben nach allen Unwerten des kapitalistischen  Zeitalters zu funktionieren.

Unzählige irrwitzige Geschäftsentscheide, die privatisierte Bahnen nach neoliberalen betriebswirtschaftlichen Glaubenssätzen fällen, stehen in unsteigerbarem Gegensatz zu jeder Art von öffentlichem Interesse:

Ein besonders bizarres Beispiel bei der Deutsche Bahn AG:

Das für den Autoverlad zur Verfügung stehende Rollmaterial ist altersschwach, Neubeschaffungen befinden die Bahn-Betriebsökonomen als zu teuer. Bei der Bemessung dürfen ökologische Überlegungen oder simples Allgemeininteresse selbstverständlich keine Rolle spielen.

Es ist ja üblich, dass grundversorgende Unternehmen, die durch Auslagerung von Staatsbetrieben entstanden sind, nach Grundsätzen funktionieren, die dem öffentlichen Interesse diametral gegenüberstehen.

Service public wird ab- und die Kommunikationsabteilung ausgebaut. Deren Aufgabe ist,  uns  für neue Logos, Auftritte und als Innovationen dargestellte Abbaumassnahmen zu begeistern.

Auch in diesem Falle wurde die Wartung der Kommunikationsabteilung vermutlich als kostengünstiger errechnet als die längst notwendige Ersetzung von uraltem Rollmaterial.

Der Unrentabilität von Autoreisezügen begegnet die Deutsche Bahn AG  nun also mit folgendem innovativen Angebot:

Der Weitreisende kann im Zug schlafen, sein Auto reist ohne ökologischen Mehrwert auf einem Lastwagen hinterher!

Na, wenn das nicht innovativ ist!!

Mehr dazu hier: www.zeit.de!

schreck

Es ist Frühling – Zeit, Gesichtszüge entgleisen zu lassen

schreckLust, ganz selbstlos zum Frühlingserwachen beizutragen?

Lust, den Mitmenschen zur saisonal gesteigerten Erotik, der Frühlingsmüdigkeit und dem Sonnenhunger noch etwas mehr verwirrende und aus dem Winter wachrüttelnde  Emotionen zu schenken?

Wirf doch mal etwas völlig Unerwartetes in die Alltagsgespräche über Wetter, Mode, Wetter,  Arbeitgeber, Wetter, Einkaufslisten mit und ohne Gripen, Wetter oder andere langweilige Smalltalk Themen:

 „Tut der was?“

eignet sich besonders bei der Begegnung von Familien mit Hund und solchen mit Kleinkindern – zur Mami des Kleinkinds natürlich!     Sonst funktioniert’s nicht!

Lass mal beiläufig die Bemerkung fallen,

„ dass von allen Menschen-Babys sind die Weissen eindeutig die hässlichsten sind.“

Das bringt den hartgesottensten Winterschläfer ins Grübeln!

Oder zur nicht kinderzähmenden Frau, die die temporäre thematische Beschränkung ihrer gebärfreudigeren Freundin begleiten und tolerieren muss:  „Spätestens wenn es erwachsen wird, wird die auch wieder fast wie vorher“. Sag mal so was wie

„Ich finde Pfaffen sexy, besonders wenn sie lange Haare tragen, Gitarre spielen und singen können und sonst die Klappe halten.“.

Das kommt besonders bei treu-katholischem Mithörenden wirkungsvoll an.

Oder frage eine jüdische Freundin, ob sie nicht die Marke des Lockenstabs, mit der der Rabbi seine Peot stylt, kennt. Möglicherweise suchst du ja einen neuen Look für die nächste Gothik Party.

Vielleicht begegnest Du einem Jäger, der sich als Heger und Naturschützer versteht mit mehr Verständnis, wenn Du ihn lobst:

Es ist verständlich, dass Du die Auslebung Deiner  neolithischen Tötungstriebe als wertvollen ökologischen Beitrag sehen möchtest. Freier bilden sich ja auch gerne ein, die besonders befriedigende Ausnahme im Kundenstamm ihrer bevorzugten  Sexarbeiterin zu sein….

Gut. Vielleicht sind diese Winterdepressions-Aufwachzaubersprüche nicht in jedem Fall  der kürzeste Weg, neue Freundschaften zu knüpfen… Aber die mimischen Wirkungen sind unbezahlbar!

* Allen Leuten recht getan ist eine Kunst die niemand kann.

*Ist dieses Sprichwort eine Kurzform der Erzählung der Familie, die mit einem Esel wanderte und in jedem Dorf dafür kritisiert wurde, wer nun auf dem Esel ritt oder  wer neben ihm her lief?

Handelt es sich dabei vielleicht doch um eine Abwandlung der Bibel-Stelle “Niemand kann zwei Herren dienen……ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon” (Matthäus 6.24)?

Das werden wir nun kaum klären können. Sonst müssten wir ja den fiktiven langhaarigen, singenden, Gitarre spielenden und sonst schweigenden Pfaffen fragen.

Hätte dieser eine Antwort, wäre er ja dann aber nicht mehr sexy…

pfui

Spätgebärender und Linksträgerin

Sprache prägt das Bewusstsein. Vermutlich funktioniert das auch umgekehrt. Grund genug auf die Sprache zu achten. Unbestritten.

Aber ich will Klunkerparty zu dieser für Eingeborene ziemlich unangenehmen Baselworld sagen dürfen.

Eingeborene darf man natürlich auch nicht sagen. Da könnte sich ein Kleinbasler in seiner lokalen Zugehörigkeit herabgewürdigt fühlen. Das hat er möglicherweise von anderen Indigenen der Welt übernommen, die sich ihre Menschenwürde zum Teil seit Jahrhunderten hart und ausdauernd zurück erkämpfen müssen.

Klunkerparty darf ich auch nicht sagen, weil dies die Arbeit, die an diesem angeblich weltweit beachteten Luxus Flohmarkt geleistet würde, herabsetze. So wurde ich belehrt.

Was wohl damit gemeint ist?

Die Arbeit der Steineschleifer mit Staublunge in China oder die Arbeit der Handwerker aus der halben Welt, die über Wochen Tag und Nacht zu Dumpinglöhnen diese Glitzerauftritte bauen?

Die Würde der steuerzahlenden lokalen Handwerksbetriebe und Berufsleute, die den Raum zur Verfügung stellenden MCH AG aufgrund der lokal-ökonomischen Bedeutung über ihre Steuern mitsubventionieren mussten,  kann es kaum sein. Sie bekommen dort kaum etwas zu tun.

Oder entwürdige ich etwa die Models, die in lächerlichen Uniförmchen und auf 20 cm hohen Stelzen-Schuhen sehr gender mainstream-mässig… unterwürfig und überfreundlich die Messebesuchenden mit eingefrorenem Lächeln begrüssend, herab? Ob die wohl am Ende des Tages eine Fuss-  Rücken- und Gendermassage als fringe benefit zu ihrem Stundenlöhnchen erhalten?

Oder könnte „Klunkerparty“ etwa die community der internationalen Klunkerdealer verletzen? Ist ihnen dies nicht einfach – völlig political incorrect – scheissegal?

Verzogener Saugoof ist politisch auch völlig unkorrekt! So darf man verhaltensoriginelle Kinder mit speziellen Bedürfnissen sicher nicht nennen!

Sätze, die Begriffe wie Linksträgerin, Spätgebärender und Tischbein enthalten, gehen auch nicht. Die ersten beiden Begriffe schaffen ein Gender Problem und das Tischbein hat sich als drittes Geschlecht noch nicht etablieren können. Darunter haben vor allem auch Menschenkinder zu leiden, deren Geschlecht bei ihrer Geburt nicht der für sie vorgesehenen Einteilung in und entgegen kommt.

Ja, ich bin primitiv!

Will weiterhin Klunkerparty, Spätgebärender und Linksträgerin sagen dürfen! Werde weiterhin Firmen, die hohe fünfstellige Mieten in der Freie Strasse zahlen und ihre Laden-Mitarbeitenden mit Löhnen unter dem Existenzminimum abspeisen als Sozialschmarotzer bezeichnen! Weil sie ihre Mitarbeitenden ausbeuten und sich vom Sozialamt, das zum Lebenserhalt dieser Lohnabhängigen einspringen muss, indirekt subventionieren lassen!

Ich bin so primitiv und werde auch weiterhin Spass haben an Birgit Steineggers Figuren: Frau Pfund, Frau Schruppatelli und Frau Mgubi – auch wenn sich viele politisch Korrekte über Steineggers Blackface-Spiel schrecklich empören! Erst recht, wenn sie eine steinreiche Wichtigtuerin aus einer für uns völlig irrelevanten amerikanischen Fernsehsendung karikiert, die beleidigt – vermutlich weil sie in Switzer-, Swazi- oder Swedenland nicht sofort erkannt und hofiert wurde – einen Krokoleder-Handtäschli-Rassismus-Skandal in den Schweizer Medien provozierte.

Der einzige Skandal bleibt wohl, dass solche Produkte bei uns immer noch im Handel sein dürfen!

Ich bleibe primitiv und amüsiere mich weiterhin über Victor Giacobbos Fredy Hinz (lächerlich machen sozial Randständiger) und Mike Müllers Muzzafer (Verunglimpfung des Bildungsniveaus albanischer Einwanderer) und finde die uralten Witze des Berner Stapis bei seinem Comedy-Versuch vor allem alt, verstaubt und langweilig.

Ich bleibe primitiv und schwärme weiterhin für Massimo Rocchi, auch wenn er sich einen Scherz über jüdischen Humor erlaubte, nenne meine mit mir feixende Arbeitskollegin weiterhin „teutonische Oma“, begrüsse eine Freundin, die sich in zweiter Generation nicht einbürgern lassen will, mit „Wahlausländerin“ und lasse mich gerne von Menschen, die ich mag als alt, fett und senil veräppeln.

Auch wenn ich nichts von Fussballkultur verstehe, muss ich akzeptieren, dass „GEEEEEE CEEEEE, DIE SCHEISSE VOM SEEE-EEE“ offensichtlich eine akzeptierte Ausdrucksform von Begeisterung in dieser Szene ist.

Witze und Sprüche unter Menschen, die sich mögen sind sozialer Kitt!

Witze über Autofahrerinnen, Schwarze, Blondinen, Rollstuhlfahrer, Weisse, Österreicherinnen – vorallem blonde, sogar über Banker!, Schwule, AppenzellerInnen, Coiffeure, Zürcher, Türkinnen oder wen auch immer, sind vorallem eines:

Bestätigung der Zugehörigkeit zu unserer grossen, bunten sozialen Gemeinschaft!

Was diese überkorrekten MoralistInnen, die sich über jeden verunglückten Scherz empören und das Antirassimusmusgesetz mit ihren vertrockneten Anstrengungen bemühen und dadurch empörenderweise abwerten, ist folgende Tatsache:

Die allermeisten Menschen spüren und verstehen sehr wohl, ob ein Scherz ein Scherz unter verschiedenen Gleichen ist oder ob sich ausgrenzendes oder rassistisches Gedankengut darin zu verbirgt!

Ausgrenzend ist auch, mit und über vermeintlich “Andere/n” keine Spässe zu machen.

Um mich nicht erneut dem Vorwurf auszusetzen, Akademikerinnen verallgemeinernd und per se zu verunglimpfen, verzichte ich auch auf einen Schlusssatz, in dem die Bezeichnung weltfremd moralisierende ElfenbeintürmlerInnen vorkommt ;-))).