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Nach dem Fest die bittere Realität!

Die brasilianische Fussballnationalmannschaft versank sang und klanglos in ihrer eigenen Unfähigkeit. Analysen zum Spiel werden noch über Monate gemacht. Den wahren Grund wird wohl niemand jemals erfahren. Sicher aber dürfte sein, dass dieses Debakel nicht nur sportliche Auswirkungen haben dürfte. Und die FIFA zieht zufrieden von dannen.

Es war ein desaströser Auftritt der Seleção an diesem 9. Juli 2014 in der Arena de São Paulo in der gleichnamigen Stadt. Entsprechen waren die Reaktionen. Das mag – gleich nach dem Ausscheiden des «Heimteams» – ja noch mit der Unfassbarkeit des Geschehenen zusammen gehangen sein. Doch dürfte die Sache weit schwerwiegendere Auswirkungen auf die unmittelbare und mittebare Zukunft Brasiliens haben.

Wenige Tage einer Illusion

Mit dem sportlichen Desaster geht in diesem Land auch der innenpolitische Sinkflug unerbittlich weiter. Die paar Tage der «Droge Weltfussball» brachten Entspannung, Ablenkung. Doch nun? Nach dem bitteren Fall ins – nicht nur sportliche – Nirvana werden die innenpolitischen Eiterbeulen wieder aufbrechen. Die Wirkung des «FIFA-Antibiotikums» ist verpufft. Schmerzen und Entzündungsherde an der Volksseele brechen wieder auf. Nach den Tagen eines wunderbaren Trugschlusses wird wieder die Realität ihren unerbittlichen Platz zurück erobern. Es wird wieder ins Bewusstsein vor allem der Grossstadtbewohnerinnen und -bewohner rücken, welch immense Summen der Staat unter der Präsidentin Dilma Rousseff in eine Infrastruktur gesteckt hat, welche letzten Endes niemandem etwas bringt. Wieder wird dem brasilianischen Volk bewusst werden, wie verschwenderisch die Sozialdemokratin Rousseff mit jenem Geld umgegangen ist, das eigentlich für Bildung, für medizinische Grundversorgung hätte ausgegeben werden müssen.

Vom Stadion auf die Strasse

Die Brasilianer werden das ihrer Regierungsverantwortlichen nicht verzeihen. Und dass sie das nicht tun werden, zeichnete sich bereits unmittelbar nach Spielschluss ab. Busse wurden abgefackelt. Strassenkämpfe wurden entfesselt. Die Polizei musste mit Tränengas eingreifen. Ein FIFA-Fanfest in Salvador musste laut der Presseagentur latina-press «ausgesetzt» werden.

Eine Bankrotterklährung – ein trauriges Spiel

Nicht nur die Seleção lieferte mit ihrem desaströsen Spiel eine Bankrotterklärung ab. Auch die Staatsführung dieses immens grossen Landes steht vor dem politischen Konkurs; eingeleitet durch Grössenwahn, Verachtung der Bedürfnisse des eigenen Volkes und der Demontage ihrer selbst.

Das grosse Problem? Ja, die Elite des Landes – wie überall – wird einmal mehr ungeschoren davon kommen. Die Zeche wird wieder einmal mehr der kleine Mann, die kleine Frau auf der Strasse bezahlen. Wenn das unsägliche Spektakel am Sonntag abgeschlossen sein wird, zieht die «FIFA-Karavane» weiter gen Moskau. Und die Frauen, die Kinder und Männer in den Favelas werden wieder im allgemeinen Desinteresse der Weltpolitik versenkt… Was kümmert’s die Regierung; was die FIFA?

1:7 – Vor allem eine gesellschaftspolitische Tragödie!

Was kommt jetzt – nach dem blamablen Aus der brasilianischen Nationalmannschaft an dieser WM? Befürchtungen gehen dahin, dass nach dem “Ersticken” der Vision nun wieder sehr schnell die Realität des brasilianischen Volkes Platz greifen wird; dass all die sozialen Probleme wieder an die Oberfläche kommen, welche sich im Vorfeld dieser WM manifestierten; dass Brasilien wieder zurück fällt in die Anarchie. Denn der grosse Traum vom WM-Titel im eigenen Land ist dahin, das Spiel um Platz drei wird keine Rolle mehr spielen. Stattdessen wird wieder die reale Angst vor dem realen Untergang aufbrechen.

Was wir gerade eben, am späten Abend des 8. Juli 2014 erleben mussten, ist schlimm. Die brasilianische Fussballnationalmannschaft geht im Viertelfinale gegen Deutschland sang- und klanglos unter. Weinende Fans auf den Rängen, schwer enttäuschte Spieler auf dem Platz. Ein Trainer, der schon in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit beim Spielstande von 0:5 kein Rezept für eine Wende mehr hatte… Das Spiel war gelaufen, die Hoffnungen dahin.

Das Land wacht wieder auf. Und das Land wird sich wieder finden in jener brutalen Wirklichkeit von Inflation, Korruption und dem Machtkalkül der «Classe Politique».

Tote Kinder für einen Super-Event

Was an diesem sporthistorischen Abend passierte, ist ein unerfreuliches Signal für die unmittelbare und mittelbare Zukunft eines Landes, das in seiner Grösse unergründlich und in seiner Kulturenvielfalt unendlich ist. Wir erinnern uns: Vor dieser Fussballweltmeisterschaft war das Land überzogen von Unruhen; von Rebellion gegen eben diesen Event der Superlative auf Kosten sozialer Probleme.

In den Favelas wurde rigoros geräumt. Kriminelle Elemente wurden eliminiert; ganze Wohngebiete wurden im Interesse des «positiven Images» dem Erdboden gleich gemacht, unzählige Menschen aus ihren Behausungen zwangsumgesiedelt um ein «sauberes Brasilien» präsentieren zu können. Ja, es gibt sogar Berichte, wonach Strassenkinder einfach erschossen wurden, damit sie den Event nicht stören können.

Spezielle Polizeieinheiten wurden aufgestellt um Friedlichkeit und Ruhe in den Favelas zu fördern. Und das alles schien sogar von Erfolg gekrönt – doch auf wessen Kosten?

Die FIFA schaute weg…

Immer und immer wieder wurde der Weltfussballverband (FIFA) auf diese Ungeheuerlichkeiten hingewiesen. Doch dieser lehnte solcherlei Fakten einfach als inexistent ab: «Was nicht sein darf, ist nicht», war dessen Devise. Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat Verbandsboss Sepp Blatter zu Beginn der WM, als er rhetorisch fragte: «Wo sind sie denn nun, die soziale Unruhen? Alles ist friedlich im Lande!».

…und die Sportwelt weiss von nichts

Aber auch die Sportwelt sah – und sieht – weg. FIFA und UEFA verleugnen all das Leid, das sie einem Schwellenland bereitet haben, getreu dem Grundsatz, dass Sport und Politik nichts miteinander zu tun haben. Konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste wird die Illusion hochgehalten, dass Sport und Politik zwei verschieden Paar Stiefel sind.

Doch schon im Verlauf dieser Veranstaltung der Superlative war unschwer zu erkennen, welch zynisches, ja verbrecherisches Verhalten dieser Verband an den Tag legt. Menschenrechte gelten nichts! Kommerz ist oberste Maxime, Geschäftsgewinn ist des Verbandes Religion. Dafür wählt er gegenüber Minderheiten Vorgehensweisen, wie wir sie aus dem Mittelalter kennen: Zwangsvertreibungen, Kindstötungen!

Natürlich: Vordergründig hat man damit nichts zu tun. Im Gegenteil: man verurteilt solche Exzesse explizit. Und wenn sie denn vorkommen, «bedauert» man sie.

Nur: nichts darf das kommerzielle Geschäft stören… Auch nicht irgendwelche «dahergelaufenen» Strassenhändler, welche an eben diesen Plätzen schon seit Jahren ihr Überleben sichern…

Moskau 2018, Katar 2022

Dasselbe Muster lässt sich auch bei den kommenden Austragungen von Fussballnationalmannschaften erkennen. Sowohl Moskau als auch Katar sind Staaten, deren Regime totalitär agieren. Kann man im Fall Moskau hinsichtlich der äusseren Bedingungen noch einen Grad an Vernunft zuweisen, ist dieser im Fall von Katar vollkommen ad absurdum geführt. Denn in Katar sind schon allein die klimatischen Voraussetzung schlicht verwerflich!

Aber das ist – in Anbetracht viel schwerwiegenderer Probleme – eigentlich nur ein Nebenschauplatz. Viel gravierender sind in beiden Fällen die Menschenrechtlichen Bedingungen.

In beiden Staaten agieren totalitäre Regime. In beiden Staaten werden systematisch Menschenrechte verletzt, Frauen diskriminiert. In beiden Staaten herrscht Korruption. Die «Unterklasse» wird systematisch unterdrückt. Wer nicht pariert, setzt sich dem Risiko der Folter aus. Derweil suhlt sich die dünne Oberschicht schamlos in unbegrenztem Reichtum.

Und auch hier schaut die FIFA unter deren Chef, Sepp Blatter, geflissentlichst weg. Denn es sind genau diese elitären Bonzen, welche Sepp Blatter für seine Wiederwahl braucht. Zwar behauptet er und seine Bande immer wieder, den Menschenrechten besondere Beachtung zu schenken. Doch das sind leere Worthülsen! Diese «Kaste» interessiert es keinen Deut, dass das in den schützenswerten Urwald gesetzte Stadion im Süden Brasiliens nach diesem Mega-Event keine Maus mehr interessiert. Es interessiert sie auch nicht mehr, was nach der WM mit all Jenen geschieht, die im Vorfeld der WM entwurzelt und gewaltsam vertrieben wurden.

Die Milliarden sind geflossen – nach mir die Sintflut!

All die vorgeschobenen «sozialen» Projekte der Fussballverbände verflüchtigen sich zu Schall und Rauch, sobald das «Fest» gelaufen ist. Blatter und seine Entourage sonnen sich in ihrem vermeintlichen Erfolg und lassen geflissentlichst ihre blutverschmierten Finger von den verheerenden Nachwirkungen ihres schändlichen Tuns.

Die SVP – Zurück ins Mittelalter?

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) nimmt für sich in Anspruch, mit ihrer Initiative für mehr Gerechtigkeit innerhalb der verschiedensten Familienmodelle zu sorgen. Was die Rechtspopulisten aber bei einer Annahme des Volksbegehrens in Tat und Wahrheit erreichen, ist die Bevorzugung von Familien mit einem eh schon guten bis sehr guten Einkommen. Darum gehört diese Initiative abgelehnt. Nur scheinen das die Gegnerinnen und Gegner noch nicht begriffen zu haben. Doch die Zeit drängt!

«Eltern, die ihre Kinder selber betreuen, muss für die Kinderbetreuung mindestens ein gleich hoher Steuerabzug gewährt werden wie Eltern, die ihre Kinder fremd betreuen lassen.»

Dieser Text kommt vordergründig «fair» daher. Und er verfängt. Das zeigt die Trendstudie des Meinungsforschungsinstituts «gfs.bern», welche am 18. Oktober 2013 veröffentlicht wurde. Demnach hätten vor knapp zwei Wochen 64 Prozent der Befragten diesem Vorhaben klar zugestimmt. Das heisst, dass das Nein-Lager noch massiv zulegen muss, wenn dieser «Wolf im Schafspelz» nicht glatt durchgewunken werden soll.

Wenn ich nun die Argumente anführe, die eindeutig gegen diese Mogelpackung sprechen, dann bringe ich nichts neues ins Spiel. Ich wiederhole mich – das aber bewusst.

«Hütet euch vor einem Ja»

Die «WOZ» (Nr. 43/2013 vom 24.10.2013) ruft eindringlich dazu auf, dieses «Familienpaket» abzulehnen. «Nun möchte die SVP, dass Elternpaare, die ihre Kinder zu Hause betreuen, bei der direkten Bundessteuer die gleichen Abzüge geltend machen können wie jene, die ihre Kinder auswärts betreuen lassen». Dass das im ersten Moment gut rüber kommt, kann nicht wundern. Denn alle Eltern sollen gleichgestellt sein. Gerechtigkeit, Gleichstellung… Argumente, die durchaus aus der «linken Küche» kommen könnten. Doch die Sache hat einen Haken: Wer kann sich heute noch das klassische, also bürgerliche Modell der Familienplanung leisten? Wer kann es sich noch leisten, seine Kinder zuhause betreuen zu dürfen und trotzdem ein existenzsicherndes Einkommen zu generieren? Wer ist in der Lage, der Frau Haus und Herd zuzuweisen? Otto und Ottilie Normalverbraucher sind von dieser Möglichkeit definitiv ausgeschlossen.

Das hatten wir doch schon…

Was von Seiten rechtsbürgerlicher Kreise als Fortschritt deklariert wird, ist in Tat und Wahrheit ein Rückschritt in Zeiten, als die Rollenverteilung noch von «der Frau am Herd» und dem «Mann als Existenzgarant» gesehen wurde. Und die Initiative sieht eine Privilegierung jenes Bürgertums vor, das sich dieses Familienmodell schon immer leisten konnte und wollte: Die Frau am Herd und der Mann im Stollen! Ein Familienmodell, das wir eigentlich in einer aufgeklärten Gesellschaft als längst abgehakt betrachtet haben.

Zukunft ist gefragt!

Das rückwärts gewandte Familienmodell nach Prägung der SVP skizziert das grundsätzlich von dieser Partei angestrebte Ziel, Errungenschaften einer freien Gesellschaft wieder nach unten zu normieren, wieder zurück zu führen hin in eine Gesellschaftsnorm, wie sie zu Zeiten des Patriarchats und der gesellschaftlichen Trennung der Schichten geherrscht hat.

Zurück ins Mittelalter?

Und damit zurück ins Mittelalter? Wohl nicht ganz. Aber immerhin sollen Strukturen reaktiviert werden, die alte Rollenklischees wieder aufleben lassen sollen: Die Frauen zurück an den Herd, die Männer wieder zurück an die patriarchale Macht, die Schweiz den Schweizern… Tendenziell muss man diesen Kreisen schon unter die Nase reiben, dass sie mit viel Klamauk eine gesellschaftliche Rückentwicklung suchen. Es wäre nicht erstaunlich, wenn irgendwann die «Armengenössigen» nach ausserhalb der Stadtmauern verbannt werden, damit das Bürgertum seine Ruhe und Beschaulichkeit innerhalb wieder errichteter Stadtmauern geniessen darf…

sonntags auf

Mit Fasnachtskiechli ins neue Jahr flutschen

Durch das Gesetz über die Ladenöffnung in Baden-Württemberg gibt es von Montag bis Samstag keine Ladenschlusszeiten mehr. Allerdings ist der gewerbliche Verkauf von Waren an folgenden Tagen grundsätzlich nicht erlaubt:

  • an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen
  • am 24. Dezember
    • Wenn dieser Tag ein Werktag ist, ist der Verkauf ab 14 Uhr verboten.
    • Fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag, dürfen Verkaufsstellen, die überwiegend Lebens- und Genussmittel sowie alle Verkaufsstellen von Weihnachtsbäumen für höchstens drei Stunden und längstens bis 14 Uhr öffnen.
    • Gesetzlich bestimmte Ausnahmen gibt es auch für folgende Branchen beziehungsweise Waren…

    und jetzt werden die Ausführungen, resp. die Ausnahmen des baden-württembergischen Ladenöffnungsgesetzes erst richtig üppig! Es bleibt nur sehr weniges, dass nicht erlaubt wäre. Ausnahmen bis zum Drümmligwerden!

Hier nachzulesen, dass u.a. in Wallfahrtsorten Devotionalien an  jährlich 40 Sonn- und gesetzlichen Feiertagen verkauft werden dürfen.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte:

Ich habe mich über den heutigen Besuch unserer Freunde aus Grenzach sehr gefreut!

Sie haben – wohl um den Traditionen im Nachbartal ennet des Hornfelsens gerecht zu werden – den Umweg über Lörrach nicht gescheut. Und dort im örtlichen Migros-Markt am Sonntagnachmittag Basler Fasnachtskiechli für’s gemeinsame Zvieri eingekauft. Also heute am 30.12.2012!

Schoggi-Osterhasen waren noch keine verfügbar.                                                                   1.-August-Weggen wohl schon ausverkauft und Schoggibären schliesslich illegal.

Weil die Schlachtabfälle und Schweineschwarten aufbereitende Kinder und Erwachsene erfreuende Firma vermutlich den Bären als solchen patentieren liess.

Oder so. gummibär

Weihnachtsbaum

Frohe Festtage

Weihnachtsbaum

Liebe Leserinnen und Leser,

Das ganze Team von 2Lounge wünscht euch allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins 2013. Wir werden selbstverständlich auch im nächsten Jahr, mit Lesenswerten Beiträgen eure Freizeit rauben ;)

Alles gute!