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Ein kleiner Schritt für mich



Grauer Himmel
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Eines Abends komme ich etwas später als gewohnt nach Hause. Zwar wartet wohl meine Frau schon seit längerem mit dem Abendessen auf mich, doch das Feierabendbier mit meinen Freunden war mir wichtiger. Wobei: es waren wohl eher mehrere Feierabendbiere. Zumindest sagt mir das die leicht verschwommene Sicht und mein etwas unsicherer Gang.

Ich schliesse die Tür zu unserer Wohnung auf und werde bereits erwartet: im Gang steht meine Frau, die mich mit einem vorwurfsvollen Blick ansieht und meint, dass ich etwas spät dran sei und das Essen nun leider schon kalt sei. Ihr Blick stört mich und senkt meine Laune bereits um etliche Stufen. Wie ich es hasse, wenn sie mich so ansieht. Tausend Vorwürfe scheinen aus ihren Augen zu sprechen. ‘Er hat wieder getrunken’, ‘Er meldet sich ja nie’ und ‘Seine Arbeitskollegen sind ihm wichtiger als ich’ sind nur einige davon.
Schon leicht genervt entgegne ich ihr, dass ich länger arbeiten musste und dann in der Bar die Zeit etwas aus den Augen verlor. Auf ihre Frage, ob ich wieder ein Bier zuviel getrunken hätte zucke ich nur mit den Schultern.

Sie dreht sich wortlos um und beginnt, geräuschvoll den Tisch abzuräumen. Hunger habe ich sowieso keinen mehr und bei dieser Stimmung vergeht mir der Rest von Appetit. Ich laufe ins Bad und leere erst einmal meine vom Bier gefüllte Blase. Das Geklirr von Geschirr klingt bis hierher. Oh, wie sie mich wütend macht! Dabei ist das genau ihr Ziel! Jedes Klirren trieft vor Vorwürfen und unterdrücktem Zorn. Ich fühle, wie sie innerlich auf mich herabsieht und sich für etwas Besseres hält. Wütend drücke ich auf die Spülung der Toilette und marschiere ohne die Hände zu waschen aus dem Bad, direkt in die Küche. Ich schleudere ihr meine ganze Wut ins Gesicht. All die angestauten Gefühle, die ihre Vorwürfe in mir auslösen, schleudere ich ihr konzentriert ins Gesicht.
Sie steht nur wortlos da und blickt mich mit unverhohlener Abneigung an. Dann, auf einmal, schreit sie los. Was ich für ein Ekel sei, ein versoffener Schweinehund, ein liebloser, widerwärtiger Dreckskerl. Bei diesen Worten steht sie so nah vor mir, dass ich die wütenden Blitze aus ihren Augen förmlich spüren kann. Ihr Gekeife macht mich noch zorniger. Ihre Nähe stört mich und ich schubse sie weg von mir. Voller Wut greift sie zu einer Pfanne und schleudert sie nach mir. Ich ducke mich weg und laufe aus der Küche. Oja, es reicht endgültig. Ich hasse sie, ich verabscheue sie. Ein Leben ohne sie wäre ein Traum, mit ihr bleibt nur noch die Hölle. Und ein Plan entsteht vor meinem inneren Auge. Verfolgt von ihrer wütenden Stimme gehe ich zum Wandschrank im Gang. Ich sehe sie bereits mit einem Küchenbrett auf mich zu kommen, die reine Mordlust in ihren Augen. Ich greife in den Schrank und nehme etwas heraus. Im Regal obendrüber, ganz hinten, findet meine suchende Hand das ersehnte Objekt. Länglich und quaderförmig, aus Plastik, mit metallischem Inhalt.

Ich schliesse den Schrank. Da sieht sie, was ich in der Hand halte. Ihre Augen weiten sich, ihre Hand mit dem Brett senkt sich. Sie stottert entsetzt und fragt mich, was das solle. Ob ich den Verstand verloren hätte. Ich höre ihre Worte nicht, ich höre nur noch ihr Gekeife und ihre Beleidigungen von vorhin. Ein widerwärtiger Dreckskerl, ein versoffener Schweinehund sei ich. Oh, ich werde ihr zeigen, wie widerwärtig ich sein kann. Ich lasse das Plastikobjekt einrasten und hebe den Lauf meines Sturmgewehrs. Wie im Schlaf lege ich die Waffe an und entsichere sie.
Die Alte beginnt zu stammeln und zu weinen. Sie fleht mich an, die Waffe wegzulegen und vernünftig zu sein, doch ich höre sie nicht. Das Blut pulsiert vor Zorn in meinen Adern und lässt mich nur noch ein rythmisches Pochen in den Ohren hören.
Ich drücke ab.

Endlich frei, jubiliere ich. Endlich höre ich nicht mehr ihre Vorwürfe, ihre Wut, ihr Gekeife. Natürlich trank ich etwas zuviel in letzter Zeit, natürlich war ich nicht der liebevollste Ehemann. Minute um Minute verrinnt, während ich nur so da stehe, mit der Waffe in der Hand. Ich begutachte den sich rot färbenden Teppich. Leblos liegt sie da.

Etwas zerbricht in mir. Ich blicke auf den Lauf der gesenkten Waffe. Schwer zieht sie an meiner Hand. Der eigentümliche Geruch eines abgefeuerten Schusses hängt in der Luft. Angewidert lasse ich das Gewehr auf den Boden fallen.

Ich erwache wie aus einer Trance, der Blutdruck auf Normalniveau, der Zorn verflogen. Und Trauer füllt meine Augen und mein Herz. Ich fühle mich wie in einem Albtraum, doch ein Erwachen ist nicht möglich, denn der Traum ist Wirklichkeit. Voller Schrecken und Verzweiflung sehe ich, was ich angerichtet habe. Eine Angst überkommt mich, wie ich sie noch nie in meinem Leben gespürt habe. Ich habe getötet, gemordet. Nur weil ich wütend war. Ich werde den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen. Alle meine Freunde werden mich angewidert ansehen, meine Familie wird mich hassen! Ich werde alleine sein. Wie tot.

Wie in Trance gehe ich ins Wohnzimmer, trete hinaus auf den Balkon in die kühle Abendluft. Ein tiefer Atemzug, dann klettere ich auf das Geländer. Unter mir ist sehr viel Luft, den Boden erkenne ich nur schemenhaft. Eine leichte Neigung nach vorne und ich falle.
Weg aus dem Leben.

Wissensgesellschaft

Ich habe es wieder getan. Im Tram lag sie auf dem Nebensitz und lockte.
Da hab ich mich verschämt an ihr vergriffen.
Sie war eine bunte Gratis-Zeitung und schenkte mir Zugang zu einer Fülle von unglaublichen Informationen!
Als sie durchgeblättert war, beschäftigte ich mich noch lange Zeit mit einem erstaunlichen Beitrag, der sich richtiggehend in meinem Hirn festgekrallt hatte!
Worum es eigentlich ging, war dem Artikel zwar nicht zu entnehmen.

Auf jeden Fall weiss ich jetzt, dass Ex-Bundesrat Merz zuhause einen handgeschnitzten Alpaufzug im Wohnzimmer stehen hat, in dem zwischen vielen Kühen eine Kuh eine andere besteigt!
Der Beitrag füllte eine halbe Seite und war bebildert mit einem Screenshot einer Fernsehsendung, in der Merz offensichtlich interviewt wurde. Vor seinem Alpaufzug.
Worüber gesprochen wurde, wurde nicht verraten.
Die bestiegene und die besteigende Kuh wurden durch einen roten Kreis neben Merz’ rechtem Ohr besonders hervor gehoben.
(amc), der oder dem wir diese wertvolle Information zu verdanken haben, befürchtete im Beitrag auch, dass die Szene der Konzentration der Fernsehzuschauer nicht förderlich gewesen sein könnte.

Bleibt zu hoffen, dass weder bei FernsehzuschauerInnen noch Gratisblättli-Lesenden physische oder psychische Langzeitschäden wie zittrige Finger, Konzentrationsstörungen oder tiefgreifende Selbstzweifel zurück bleiben.
Es ist für manche Menschen bestimmt eine traumatische Erfahrung, nach dem Lesen eines Zeitungsartikels nicht verstanden zu haben, welche Information dieser denn nun enthalten hat!

Hoffentlich bleibt (amc) thematisch am Ball und wird uns mit einem weiterführenden Artikel über geschnitzte Alpaufzüge bei Merzens und die Gefahren der individuellen Informationsverarbeitung aufklären!
Als Headliner: „Die Wissensgesellschaft fordert ihre ersten Opfer!“

Der Lohn ihrer Arbeit

Hans Fehr
Hans Fehr (Screenshot Tele Züri)

SVP-Nationalrat Hans Fehr von Linksautonomen zusammengeschlagen worden.

So hiess es diese Woche in allen Zeitungen. Auf dem Weg zur Albisgüetli-Tagung lief Hans Fehr den Rest des Weges von seinem parkierten Auto zum Lokal zu Fuss, direkt an einer Gruppe linksautonomer Demonstranten vorbei.

Jedem, dem der Verstand nicht unbedingt nur als Fremdwort bekannt ist, sollten in einer solchen Situation sämtliche Alarmglocken schrillen. Linksautonome sind nicht unbedingt für ihre Friedlichkeit und Gandhi-inspirierte Art bekannt. Und Hans Fehr ist keineswegs ein unbekanntes Gesicht in der hiesigen politischen Welt.

Doch ungeachtet dessen vermeldete die SVP auch, dass sie ihr Budget im Bereich Sicherheit von 20’000 auf 30’000 Franken ausbauen musste. Dies dank vermehrter Übergriffe und Beschädigungsaktionen seit der Initiierung der Ausschaffungsinitiative.

Es scheint, als ernte die SVP nun die ersten wohlverdienten Früchte ihrer Arbeit. Nicht umsonst investierte sie soviel Zeit, Geld und Mühen, um ein allgegenwärtiges Klima des Hasses und der Gewalt zu schaffen.

Ein Tor, wer da die Kausalität nicht erkennt.

Das Gleichnis von Thomas und den Wa(h)ljägern

Vor langer Zeit irrte der jüngere Thomas orientierungslos durch die Wälder, als er eines Tages von der CholzVällerPruderschaft gefunden und in ihre Gilde aufgenommen wurde.
Bei den Holzfällern fand er seinen Platz, erlernte ihr Handwerk und ihre Regeln.
Als ausgewachsener Holzfäller verdiente er mit seinen Kollegen den Lebensunterhalt für sich und die Sippe, bei denen es üblich war, einen Teil des erarbeiteten Geldes in eine gemeinsame Kasse zu legen.
An diese Regel hielten sich alle aktiven Holzfäller.
Kaum war Thomas in die Kriegerkaste der CholzVällerPruderschaft aufgestiegen, wurde er zunehmend unzufrieden mit seiner Berufs- und Sippenwahl.

Die benachbarten SchVeinswahljäger-Proleten imponierten ihm mit ihrem martialischen Gehabe und dem alten, reichen und lauten Anführer viel mehr!
Sie rasselten mit den Harpunenketten und erhoben sich lautstark und wertefrei über alle anderen Kasten und Menschengruppen.
Das gefiel dem Thomas zunehmend besser.

Da beschloss er, seinen Obolus nicht mehr an die CholzVällerPruderschaft zu entrichten und seine Freizeit bei den SchVeinswahljägerProleten zu verbringen.
Er verrichtete weiterhin als CholzVällerPruder sein Tagewerk und fällte Bäume mit den Seinen, kam aber seinen sippenüblichen Abgabe-Pflichten nicht mehr nach, weil er Bäume fällen mittlerweile ziemlich doof fand und seine Sippe erst recht!

Eines Tages erklang der Lockruf der SchVeinswahljäger-Proleten.
Seine Schulden bei der CholzVällerPruderschaft und seinem Wohnort, die ihn zu dem gemacht haben, was er war, belief sich mittlerweile auf Fr. 37’000.–.
Aber – so fand er – das sei alles seins!
Weil er doch all die Jahre gar nicht mehr einverstanden gewesen sei mit dem Bäume fällen und ohnehin die Schweinswaljagd für viel die interessantere Beschäftigung hielt.
Er wolle doch für die CholzVällerPruderschaft, die ihm das Bäume fällen beibrachte und von deren Arbeit er lebte, nicht auch noch etwas zahlen, wenn er doch ohnehin viel lieber Schweinswale jagen würde…

Bibellesende fänden für Thomas irgend ein Gleichnis von einem Hirten und dessen verirrtem Schaf.
Unter alten Soldaten würde man Thomas als Kameradenschwein bezeichnen.
In der Arbeitswelt gälte Thomas schlicht als egoistisch und unkollegial.
Als Familienmitglied wäre er eine Strafe für alle anderen.
In der Zivilgesellschaft nimmt man Menschen wie Thomas als eigennützige Geizhälse war und schämt sich etwas für sie.

Nun Müllert der Thomas also begeistert für die SchVweinswahljäger-Proleten und fühlt sich hoffentlich zufriedener dabei.

Ein sauberer Abschluss des Parteiwechsels hätte ihn wohl etwas weniger als Charakterschwein im Bewusstsein seiner Wählerschaft in St. Gallen verewigt.

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