Kategorie-Archiv: Ausland

PRISM Titelbild

PRISM – Was passiert wenn ich mich auf Facebook einlogge?

Viele Menschen wurden in den letzten Tagen ziemlich vom Skandal um PRISM überrascht. Plötzlich wir der Film “Der Staatsfeind Nr. 1” Realität. Im doppelten Sinn, offensichtlich schaut die totale Überwachung des Einzelnen genau so möglich, wie das eine einzelne Person plötzlich ein Staatsfeind der USA wird.

Ich habe in den letzten Tagen nicht viel neues Erfahren, ausser das “Echelon” nicht mehr Echelon heisst, sondern ein Namens- und Funktionsupgrade mit dem Namen “Prism” erhalten hat. Böse NSA! ;)

Aber technisch schwierig ist diese Art der Überwachung nicht. Schliesslich werden ja “nur” Metadaten (Wer, Wann, Wo und mit Wem) überwacht und gespeichert. Ironischerweise wird der DDR heute noch vorgeworfen, dass die Überwachung das schlimmste in diesem Staat war.. Ahja!

Ich möchte mich gar nicht weiter zu PRISM äussern. Sondern euch eine coole Karte zeigen! Mit der untenstehenden Karte könnt ihr überprüfen wo der Datenstrom durchfliesst  wenn ihr Facebook, Google oder andere Dienste mit eurem Browser öffnet. Danach wird euch auch klar sein, warum die Amerikaner hier ein sehr einfaches Spiel haben.

Klickt einfach auf einen Button um die Visualisierung zu starten!

(Bei amerikanischen Karten ist es absolut üblich, dass die USA in der Mitte des Kartenausschnitt sind) ;)

dealen

Der “Deal”

Das einzige, was wir wirklich wissen, lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen:

200 gewählte VolksvertreterInnen sind aufgefordert, unsere Gesetze dahingehend anzupassen, einen „Deal“, dessen Inhalt ihnen vollkommen unbekannt ist, zu legalisieren.  

Noch lächerlicher lässt sich angewandte Demokratie kaum vorführen.

Mit Dealen verbindet man sprachlich- und herkömmlicherweise den Drogenhandel. Der Terminus „Deal“ hat seit einigen Wochen eine neue Deutung und Prominenz.

Interviews, Berichterstattungen, Experten- und Politikermeinungen füllen die Tagespresse und die Bild- und Tonmedien. Banker haben Meinungen und werden nach dieser befragt. Der Bankangestelltenverband möchte auch lieber keine Mitglieder mittels Kautionsleistung aus amerikanischen Knästen auslösen müssen.

Politiker und Experten jeglicher Couleur äussern sich wortgewandt zu einem Thema, von dem sie – ganz offiziell! – keine Ahnung haben. Heute, Freitagabend findet auch eine Arena zum „Deal“ statt. NationalrätInnen, Lobbyisten und andere Fachkundige streiten sich pro und contra und um Sinn und Zweck des “Deals”.

Es wird mit Zahlen jongliert, dass den Abhängigen der Berichterstattung die Ohren wackeln: Vom Millionen und Milliarden Bussgeldern ist die Rede, von vermeintlich beruhigenden Rückstellungen zur Entrichtung der Strafen. Sogar die Nationalbank wird in die finanzielle Verantwortung genommen.

Mörgeli national fantasiert in der Presse von Bussenbezahlung durch die Steuerzahlenden, um die menschen-, realwirtschafts- und gesetzesverachtenden Banken zu retten.

Dabei ging längst fast vergessen, dass gar niemand weiss, was der „Deal“ des Herrn Ambühl und der exSVP-Bundesrätin Evelyne Widmer-Schlupf überhaupt beinhaltet.

Wie wäre es damit: Liebe Nationalrätinnen und Nationalräte, ihr habt Euch schon 2008 verarschen lassen und Euch dem erklärten Notrecht des Herrn Merz gebeugt. Die Rechnung bezahlten die Steuerzahlenden und alle die Menschen, die in der darauffolgenden Krise ihren Job und ihr Einkommen verloren. Seid ihr verantwortungsvolle Frauen und Männer oder eingeschüchterte Pappnasen?

Die durchgedrehte Finanz“wirtschaft“ hat nichts gelernt und foutiert sich weiterhin um Anstand, Rechtsstaatlichkeiten, gesellschaftlichen Nutzen und Verantwortung.

Nun sollen sie bitte endlich ihren selbstgebauten Scheiss selber ausbaden! Lieber eine Ende mit Schrecken als ein volkswirtschaftsbedrohender Schrecken ohne Ende.

Ein Verurteilter, dem eine Bewährungsfrist gewährt wurde, muss seine Strafe absitzen, wenn er wieder straffällig wird. Warum soll das nicht für diese unbelehrbare Branche gelten?

Jede Stunde, die sich staatliche und politische Gremien mit den Folgen dieses kriminellen Tuns beschäftigen müssen, sollte ausserdem den gesetzesbrechenden Banken in Rechnung gestellt werden.

Schliesslich werden auch Taschendiebe und Betrüger neben der Abbüssung ihrer Strafe zur Bezahlung der von ihnen verursachten Kosten verpflichtet.

Attentat in Boston

Attentat in Boston und unsere Gesellschaft!

Ich bin immer wieder darüber überrascht wie wenig Menschen denken können, und wie gerne sich Menschen lenken lassen. Aber das Attentat in Boston hat mich wirklich fertig gemacht.

Was ist passiert? Zwei junge Erwachsene haben aus zwei Kochtöpfe, Eieruhren und ein bisschen Schwarzpulver zwei Bomben gebaut. Beim Marathon in Boston wurde diese Bombe gelegt und der Rest der Geschichte ist bekannt.

Diese Attentat war ein gefundenes Fressen für die Medien der ganzen Welt. Die Welt hält den Atem an. Wir sind schockiert! Innerhalb von Stunden kann man alles über die Attentäter und die 3 (drei!) Todesopfer erfahren.

Innerhalb von Stunden konnte man weltweit in allen Sprachen alle Informationen über die Opfer finden. Insbesondere der 8-jährige Martin Richards erreichte nach seinem Tod weltweite Berühmtheit, über die jeder Künstler vor Neid nur platzen kann.

Auf den allen TV Sender wurde wieder von Terrorismus geredet. Ulrich Tilgner hatte bei der Tagesschau wieder seine Minuten! Die ganze Gesellschaft ist gelähmt und schaut gebannt die Informationskanäle an. Man wurde durch einstürzende Tower immer schön an den 11. September 2001 erinnert – eine Tragödie!

Natürlich scheute die USA keine Kosten und Mittel um diese Terroristen dingfest zu machen. 5 (fünf!!) Organisationen der amerikanischen Justiz wurde auf die zwei Täter angesetzt. Warum man das “Drug Enforcement Administratio (DEA)” dazu braucht bleibt mir ein Rätsel – aber okay!

Als die Täter endlich tot, beinahe tot – oder wenigsten unschädlich gemacht wurden. Kam die nächste Schlagzeile: “Boston atmet auf!” – Halleluja!

Liebe Leserinnen und Leser selbstverständlich ist ein Bombenanschlag an einem Marathon eine Tragödie. Aber ich frage euch wo bleibt die mediale und Gesellschaftliche Empörung an den täglichen Toten im Irak und in Afghanistan? Wo bleibt die Empörung über die Kinder die jeden Tag verhungern. Wo bleibt die Empörung über Kinder die man als Kindersoldaten in den Krieg schickt und dort elendig sterben?

Warum empören wir uns über 3 Tote Menschen, die bei einem einmaligen Bombenanschlag ums Leben kommen, und nicht über die hunderte Menschen auf dieser Welt, die täglich wegen uns Sterben?

Weil es Amerikaner sind?

Ventilklausel

Ventilklausel – Verblöden wir jetzt ganz?

Der Schweizer Bundesrat hat gestern die Ausweitung Ventilklausel ausgerufen. Doch was ist das eigentlich? Hier eine kleine Erklärung:

Die Ventilklausel, welche im Personenfreizügigkeitsabkommen vorgesehen ist, ermöglicht bei starker Zuwanderung bis im Juni 2014 Kontingente für die Einwanderung. Sie ist derzeit für die EU-8 aktiviert. Betroffen sind damit Bürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Wegen der Zuwanderung der letzten Jahre dürften in diesem Jahr die Voraussetzungen – nach Ansicht der Schweiz – erfüllt sein, um die Ventilklausel auch für die EU-17 mit den «alten» EU-Staaten anzuwenden.

Doch was bringt uns die Ventilklausel effektiv? Sehr wenig. Das ganze ist nur begrenzt, sprich die Ventilklause dauert bis Mai 2014.  Und dann ist Ende. Ausserdem ist die Ventilklause auch kein Garant, die kann relativ leicht umgangen werden. Zwar würde gewisse Zuwanderungen begrenzt, dafür nehmen die Kurzaufenthaltsbewilligungen massiv zu.

Doch heute ist es leider normal, das ein Grossteil vom Volk sich nicht mehr mit Politik auseinandersetzt sondern Schlagworte cool findet. Bei der 20 Minuten Online Umfrage gaben 55% der Teilnehmer an, dass sie diese Ventilklausel super finden. Erinnert mich an die Minder/Abzocker- Initiative die einen beachtlichen Ja – Anteil hatte. Ich behaupte immer noch, die meisten die Ja gesagt haben, haben nicht mal Ansatzweise den Inhalt dieser Initiative gelesen – sonst hätte man Nein gesagt!

Was würde wirklich helfen?

Alle wissen was wirklich helfen würde. Das bürgerlich/liberale Parlament und Bundesrat wissen es auch. Aber werden sich hüten, ohne Druck etwas zu unternehmen:

Arbeitnehmerrechte:
Wir müssen Arbeitnehmerrechte ausbauen! Das beginnt mit einem vernünftigem Mindestlohn. Am besten mit Branchenunterteilung. Für Unternehmer darf es sich nicht mehr finanziell lohnen günstiges Personal aus dem Ausland zu rekrutieren! Es braucht eine einfache und automatische Möglichkeit, Gesamtarbeitsverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, damit sich alle Unternehmer einer Branche an die dortigen Vorschriften halten müssen!

Gleichzeitig braucht es endlich auch richtige Strafen für Unternehmer die sich nicht an Spielregeln halten. Eine kleine Geldstrafe bezahlen die aus der Portokasse. Mir schwebt da etwas wie unbedingte Haftstrafen vor (5 Jahre pauschal, ohne Diskussion oder so) ;).

Zum Abschluss kann ich nur noch einen Wunsch äussern. Liebes Volk, lasst euch bei der Politik nicht von einfachen Schlagzeilen leiten, sondern informiert euch was dahinter steht. Und wenn sich alles gut für euch anhört, denkt darüber nach wer hier alles, wie profitieren könnte. Bei der Ventilklausel bleiben wir Arbeitnehmer die Verlierer – soviel steht fest!

A combination photo shows U.S. first lady Michelle Obama and Ann Romney, wife of Republican presidential nominee Mitt Romney, during the U.S. presidential campaign debate in Hempstead

Demokratie und Kommunikationsindustrie

Bundesrats-Volkswahl?

Das Obama-Romney-Finale soll sechs bis neun Milliarden Dollar kosten. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat das RECHT! bis maximal 5000 $ an das hollywoodeske Spektakel zu spenden. Damit soll der demokratische Verlauf der Wahl-Show geschützt werden. Schliessen sich mehrere Interessierte wie steuersparsame Milliardäre, Firmen, Branchen oder Fromme zu einem politischen Aktionskomitee zusammen, gilt diese Obergrenze nicht mehr. Ein Demokratieverständnis, dem wir als AltweltlerInnen nur schwer folgen können.

Auch hierzulande gibt es milliardenschwere Schafhirten, die ganz laut „mehr Demokratie“ vorblöken und den Bundesrat per Volkswahl bestimmen lassen möchten. Lassen wir uns also vom Fundraising des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs inspirieren und versuchen uns – analog real existierender  Vorgehensweisen – vorzustellen, wie eine Bundesrats-Volkswahl aussehen könnte:

Bereits zwei Jahre nach Einsetzung entzieht sich der Bundesrat – eine nach dem anderen – der Realpolitik und tritt in den Ausstand, resp. in den Vorwahlkampf.

An Aktionärsversammlungen von Versicherungsgesellschaften, Banken, Pharmakonzernen oder anderen Playern wird als Stargast jeweils ein Bundesrat oder eine Bundesrätin zur Unterhaltung und Aufwertung des Anlasses vorgeführt. Derweil deren Trabanten die Verantwortlichen davon zu überzeugen suchen, dass ihre Partikularinteressen am besten bewirtschaftet würden, wenn sie sich schon jetzt zu einer Teilnahme an einem Unterstützungskomitee und standesgemässer Mitfinanzierung des bevorstehenden Wahlkampfes entscheiden würden.

Im dritten Amtsjahr wird die bevorstehende Wahl oder Wiederwahl langsam ins Bewusstsein der dumben WählerInnen getröpfelt. BundesrätInnen verabschieden sich endgültig aus dem Amt und verlagern ihren Output auf Themen, die ihnen viele hochgeschätzte Mitarbeitende der noch höher bezahlten Kommunikationsberatungs-Branche als „volksnahe Themenfelder“ empfehlen.

Einige werden ihre Botschaften am Philatelisten-Kongress  oder bei der Generalversammlung des Kleintierzüchterverbandes platzieren. Unsere Landesmütter und –väter lassen sich beim Eidgenössischen Turnfest, beim Schwinget auf dem Brünig, am Lady Gaga-Konzert im Hallenstadion Züri oder an der Seifenkisten-Weltmeisterschaft in Oberägeri blicken. Kleinvieh macht ja auch Mist.

20min und blickamabend empören sich über die skandalöse Verunreinigung eines beliebten Spazierweges von Fulensee nach Spiez durch gelitterte Hundekacke.

Die „Arena“ führt eine Diskussionsrunde zum national bewegenden Thema durch unter dem Titel „verschissene Naherholungszonen – Folge der Immigration?“. Bundesrat Maurer gibt sich zurückhaltend und schlägt nicht vor, jungen Türkinnen die Hundehaltung zu verbieten und auszuschaffen. Er offeriert, die Berner Oberländer Polizisten mit WK-Soldaten zu unterstützen, die fehlbaren ausländischen Hundehalterinnen Robidog-Säckli unter Androhung militärpolizeilichen Gewahrsams bei Nichtverwendung androhen. Die Präsentation der Ausschaffungs-Lösung wurde von seiner Partei in die „zweite Reihe“ delegiert. An einen jungen Aufstrebenden, der seit seines Auftritts in einer deutschen Satire-Sendung grenzübergreifendes Renommée geniesst.

Bundesrat Burkhalter weist darauf hin, dass das Littering-Problem nicht ohne bilaterale Abkommen mit den europäischen Partnern  wirtschaftlich nachhaltig gelöst werden könne. Er persönlich habe soeben eine Task Force ins Leben gerufen, die die Problematik auch mit potentiellen Wirtschaftspartnern in Papua-Neuguinea erläutern werde.

Johann Schneider Ammann  gibt in der hochkarätigen Arena ein staatsmännisches Statement ab: „Nnnnein. Der Bundesrat ist ähhhm sich der Hunde… ähhh Hinterlassenschaften-Blase bewusst. Er wird ähhh das Wirtschaftsrisiko des ähm potentiell verschmutzten Naherholungsgebietes am ähhh Murtensee ähm am oberen Thunersee verhindern. Er wird………dieser Begegnung Mensch Mensch ähh dieser Begegnung Mensch Hund, respektive der ähm Begegnung Menschenschuhe nach Hund nicht durch das Internet begegnen wollen. „

Die verbliebenen vier Regierungsmitglieder, die nicht in die Arena eingeladen wurden, sind düpiert, bleiben aber nicht untätig.

Alain Berset orientierte sich an Barack Obamas online shop und bietet nun ebenfalls Katzenhalsbänder mit der Aufschrift „Ich miaue für Alain“ und Fressnäpfe mit seinem Konterfei an, um den bürger-bezahlpflichtigen Wahlkampf auch weniger gut Verdienenden zugänglich zu machen.

Getreue von Doris Leuthart trommeln bereits die Verantwortlichen vom Energieforum Schweiz, dem Opus Dei, von economiesuisse, BEKB und dem Kraftwek Gösgen zusammen, um eine Benefiz-Gala zu organisieren, deren Eintrittsbillette für Fr. 20’000.— an begüterte und wohlgesonnene Sympis vertickt werden.

Im Endspurt liefern sich Christoph Widmer-Schlumpf und Lukas Hartmann Sommaruga eine Material- und Faktenschlacht bei Röbi Koller’s „Happy Day“.

Christoph Widmer im türkisfarbigen Dior-Sakko umarmt eine trauernde Wittwe, deren Mann dank des Teams von Röbi Koller wiederauferstanden ist.

Lukas Hartmann Sommaruga im türkisfarbenen Glitterhemd mit dem Aufdruck Dolce-Gabbana verschenkt mit liebevollem Gesichtsausdruck Glacé an kriegsversehrte Heimkinder.

Das könnte das Schicksal von Lukas Hartmann und Christoph Widmer sein…

20min, blickamabend, Vanity Fair, MensHealth, redbull.servus.schweiz.tv und jesus.tv  werden am Folgetag der Weltöffentlichkeit eine modische und religiöse Analyse der Auftritte präsentieren.