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Quasselhorror von Wetterfeen

Vampire, Werwölfe, blutrünstige Teenager, Zombies, Wetterfrösche und Poltergeister!
Igitt und Gänsehaut!
Wer mag nach Konsum von Horrorfilmen oder meteorologischen Sendungen noch alleine schlafen?!
Im Angst-Ranking figurieren auf den Medaillenplätzen die Wetterfeen gleich nach den Werwölfen ganz knapp vor den wiedererweckten Leichen und den Zahnpasta-Werbespot-Zahnärzten!
Wetterfeen sind auch nicht erst gruslig seit dem blutigen Meuchelmord einer solcher an der Grossmutter ihres Ex-Lovers in der Nordwestschweiz!

Sie lassen uns das Blut tagtäglich auf allen erdenklichen Sendern gefrieren!
Textilienumhüllt und vampirisch abflugbereit frierend auf dem Dach des Schweizer Fernsehens oder mütterlich zähnefletschend – genüsslich die Zuschauer quälend – auf jedem anderen öffentlich-rechtlichen oder verblödungsfördernden Privatsender jedwelcher verlegerischer Provenienz.
Bei eben diesen sind dank der Medienkonzentration ohnehin keine Unterschiede mehr auszumachen.
Zumindest auf die Plapper-Quantität der Wätterschmöcker- und Kaffeesatzleserinnen-Sendungen mit vor Wolken-Cartoons umher fuchtelnden Quasselstrippen hat dies keinen Einfluss.

„…es cha wieder e chli Schnee gäh und am Nommidag güggslet d Sunne zwüsche de Wouche vüre…“ oder „…nämmet gägen Abe die warmi Jagge vüre, äs wird chaut wärde u
uf Brügge u Näbestrasse chas mit em Outo glatt wärde – passed uuf!“

Fuck!

Wer sagt schon „güggslet“? Das Tal, wo noch so gesprochen wird, gibt es gar nicht!

Auch brauche ich schon lange keine Mami oder Wetterfee mehr, die mir sagt, was ich anzuziehen habe.
Und Autofahrer, die nicht wissen, dass es bei Temperaturen unter Null eisig werden kann, dürften gar nicht hinter ‘s Steuer!

Meteorologische Sendungen mögen für Heu erntende Bauern interessant sein.
ABER IM WINTER WIRD AUCH KEIN HEU GEERNTET!!!
End- und hirnloses Blabla! Wie die Werbung für die Tausenden vollkommen überflüssiger Produkte, von deren Vertrieb unsere neoliberal verseuchte Dienstleistungsgesellschaft mittlerweile abhängig ist. Die Produktion wurde ja längst aus Lohnkostengründen in Richtung Osten verschoben.

Das zehnminütige nervige Geplapper liesse sich eigentlich auf eine Aussage von fünf Sekunden reduzieren: „Morn schiffts“ oder „Morn schiffts nit“. Fertig.

Das einzige Mal, das ich mich für die Kernaussagen im zehnminütigen Geplapper der TV-Wetterfrösche interessierte war, als ich mit einer grösseren Gruppe Freunde und Nachbarn im Garten grillieren wollte und sich der Himmel etwas durchzogen zeigte.

Natürlich hat es es uns – entgegen der Prognosen – verregnet!